Montag, 8. Februar 2010

Elchsuppe am Ende der Welt und der wahre Rentierflüsterer

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Wieder hat es ein äusserst amüsantes Wochenende geschafft sich zu schnell in die Vergangenheit zu schleichen. Bei guten Wetterbedingungen, herrlichen Sonnenuntergängen und 1A Schneeverhältnissen blieben eigentlich nicht allzu viele Wünsche offen.

Auch an dieser Stelle mal ein riesiges Dankeschön an Udo und Marc, die auch bei Temperaturen bis -35 Grad draussen alles geben um die Schneemobile in bestem Zustand für die Wochenendtouren mit unsere Gäste vorzubereiten. Bei solchen Temperaturen schickt man normalerweise nicht einmal einen Hund vom Sofa, geschweige vor die Tür. Die beiden fühlen sich aber erst so richtig wohl, wenn die Eiskristalle in den Fingergelenken quietschen....autsch.

3 Guides - 3 Gruppen - 3 Geschichten. Fangen wir mit Freitag Abend an, an dem A. - aus der äusserst sportlichen Frauengruppe - so verzweifelt ihre Skibrille suchte, (als wir den geplanten Weg zum nachfüllen des Flüssigbrennstoffes für die durstigen Kehlen der Schneemobile antreten wollten) daß ein Einsatz von Spürhunden und einer GSG9 Aufklärungseinheit fast unausweichlich war. Nach der Rückkehr fand sich dann das gute Stück auch wieder an - an einer Stelle die jeden der es miterlebte fast aus dem Sulky katapultiert hat. Die Brille - eine grosse Skibrille - hatte sich 2 Stunden lang zwischen Kopfhaut und Scooterhelm verbissen - und zwar unbemerkt. Ähnlich einem 15teiligen Rasierklingenset, welches einem in den Joggingschuh fällt und man das erst bei Ausziehen des Latschen nach einem Ultramarathon merkt. Sensationeller Einstand und ein neues Highlight für das Skogshotell-Geschichtsbuch ;-)

Nach einem entspannten Frühstück und dem klassischen morgenlichen Briefing ging es am Samstag erstmal zur "großen Lehrstunde" in den Tiefschnee. Hier werden einem nicht nur ganz schnell die eigenen Grenzen klar, sondern man lernt auch den Umgang mit den Maschinen, die sich weder wie Motorräder, noch wie Quads oder Jetskies verhalten. Der Eintritt in eine andere Welt beginnt - wir nennen sie die "Welt des Grabens" ;-)
Eine Welt voller Leiden, Lachen, Hass und Freude - im Minutentakt. Man glaubt so ein bißchen wie Jack Nicholson in Stanley Kubriks "Shining" zu werden ....

2 Stunden später jedoch macht es in den meisten Köpfen "Klick" und die wirklich schönen und unvergessenen Momente beginnen. Man verlässt sozusagen das Labor des Dr. Frankenstein - die Guides werden aber erstmal noch weiter gehasst ;-)

Dann kommen natürlich die Momente die für sich sprechen. Die unendlichen Weiten Nordschwedens mit seinen tiefverschneiten Wäldern und einem Sonnenlicht was selbst Tote wieder zum Leben erwecken würde - und das Biest unter dem Popo ist scheinbar gebändigt....

....bis sich dann die Gruppen mal wieder zufällig treffen und einer dem Anderen schmunzelnd und im kollegialen Vorbeifahren beim Ausgraben grüsst.
Hier Marc und seine Jungs beim Versuch im Tiefschnee bergauf einen neuen Eurotunnel zu bauen. Naja 10 von 400Metern sind geschafft....

Die Damengruppe ließ sich natürlich auch nicht lumpen. Matthias packte noch einen drauf und bohrte gleich nach Erdöl. Wir haben es kontrolliert - er hat nicht für Exxon gearbeitet .

Hier dann einer dieser starken Augenblicke am Katohjåkka, als wir mehrer Rentiere auf dem Bergkam antrafen. Die meisten Tiere haben keine Angst vor den Schneemobilen , solange man die Motoren nicht abstellt oder vom Schneemobil steigt. Wir konnten und den Tieren bis auf wenige Meter ohne Stress nähern - und wir hatten Hunger.
Die Jäger in uns erwachten.....

Dann auf dem Gipfel ! Im Hintergrund der Avakko, auf dem Marc seine Gruppe geführt hat. Bei den Schneeverhältnissen eine Top Leistung.
Zu recht präsentiert sich hier auch das wirklich überzeugende Damenquartett stolz auf dem Gipfel des Katohjåkka.

Dann die lang ersehnte Pause wieder Irgendwo im Nirgendwo, wo sich alle mit Harrys neu designter Elchsuppe stärken konnten. Ein echtes Schmankerl in der Wildnis - wollen wir wieder haben - das war TOP !
Hier konnten wir dann auch einen Augenblick wahrer Liebe festhalten. Matthias, der Rentierflüsterer hielt um die Hand von Rudolpfine an, während hinter uns zwei Hundeschlittengespanne über den See fuhren. Welch eine Romantik. Das war wie Titanic in Lappland *schluchz* mit Leonardo....

Wir danken alle nochmals herzlich für den Besuch und freuen uns auf ein Wiedersehen in diesem Leben im Skogshotell in Lappland :-)

Beste Grüsse aus dem Wildniscamp von Harry, Marc, Claudia, Udo, Annegret, Anne, Kerstin und Andreas

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