Mit 17 Leuten ging es dieses Wochenende in eine Natur, in der durch den starken Schneefall und den 48 Stunden andauernden Wind nichts mehr war wie es sein sollte. Es gab absolute keine Tracks mehr, nur Tiefschnee und zwar bis zum abwinken. Die Bedingungen würden wir mal als sportlich bezeichnen, denn für den am Freitag Abend anstehenden Weg zur Tankstelle - ein 20 Minuten Geschäft - benötigten einige Gruppen knappe 2 Stunden. Gefühlt entsprach das aber ungefähr der Karbonisierungperiode von Pflanzenresten, der Inkohlung eines Birkenwäldchen zu Steinkohle, also ca. 300 Millionen Jahre ;-) Dafür war die Stimmung zu jedem Zeitpunkt um so besser, die war einfach nicht in den Keller zu bekommen. Top Gruppen was die Moral angeht, muss man lobend erwähnen, obwohl wir Guides nicht glaubten, das es überhaupt noch Erdöl auf dem Planeten gibt wenn wir die Tankstelle erreichen !
Am nächsten Morgen wurde dann Kriegsbemalung aufgetragen, es galt ja feindliches Gebiet zu erobern. Wasserfreie Fettcreme zum Schutz vor der Kälte. Hier hat keiner gejammert, selbst diejenigen die zum ersten Mal hier waren haben starke Kämpferqualitäten bewiesen und waren immer gut drauf :-)
Samstag ging es dann in der Lappländischen Morgensonne los. Für den ersten Kilometer benötigten manche 1,5 Stunden, was ungefähr der Fliessgeschwindigkeit von Baumharz bei -22 Grad entsprach. Aber dann nach ca. 1 Stunde aktivem Training machte es Klick und das Schneemobil wurde zum Freund und war nicht länger mehr ein Fremdkörper für den Fahrer. Der richtige Spass begann.
Die erste Rast mit lecker Kaffe und Tee im tief verschneiten nowhere.
Nach 3 Stunden dann die ersten "Stunts" im Tiefschnee. Hier konnte man mal so richtig Gas geben und endlich das Gefühl des "Schneesurfens" erleben. Gnadenlos frästen sich die Gruppen durch den wirklich tiefen Schnee auf den Seen Lapplands. Mit Erfolg wie man sieht. Für die Haltung bekammen einige sogar die Note 10.
Tja , bei der Pflicht sah es dann doch manchmal wieder anders aus ;-). Hier die Gruppe um das Geburtstagskind Christian, der es sich nicht nehmen lassen wollte den Scooter Richtung Orbit auszurichten. Das Heck saß 1 Meter tief im Schnee festsaß, die Schnauze jedoch einen halben Meter über normal Null. Seine Freunde fanden das optisch so super, das sie es ihm gleichtaten. Geländetechnisch sah nach 2 Minuten aus wie auf dem Raketenstartgelände der CCAFS. Das ist die Cape Canaveral Air Force Station in den USA, nur hatten wir sie schnelle und günstiger aufgebaut. Made in Germany.
Aufgrund unsere jetzt ausgefeilten Ausgrabtechnik ging es aber zügig weiter durch den Schwedischen Wintermärchenwald. Ein Traum in weiss.
Hier dann zur Abwechslung Antarktische Sturmimpressionen. Auf 900m bliess ein heftiger Wind und die Natur zeigte innerhalb von nur 30 Minuten Ihre "Fratze". Also wieder zurück in den märchenhaften Winterwald. Der Zeigefinger blieb übrigends am Auslöser der Kamera kleben. Naja, man hat eh zwei....
Da soll mal einer sagen Frauen können nicht einparken. So ein kleiner Baum kann einen Mann dann schon mal schnell verwirren, wenn er einfach nicht aus dem Weg hüpft. Böse, böse Birke.
Hier das "Schlambad" für Schneemobilfahrer. Bis zum Stand auf zwei Füssen kann dann doch mal eine ganze Minute vergehen . Gibt aber Muckis.
Am Sonntag erreichten wir dann den Lappenimbiss im Niemandsland, wo wir uns bei Kaffe und einer Portion gebratenem Rentierfleisch bei bester Laune stärkte.Ein wirklich gelungenes Wochenende ging - trotz aller Anstrengung - leider zu schnell zu Ende.
Hervorzuheben ist besonders die Leistung unseres bisher ältesten Gastes , der mit 74 Jahren von Freitag bis Sonntag jede Tour mitfuhr. Unsere Hochachtung.
Das Scooterteam um Harry, Marc, Claudia, Udo, Andreas und unseren 3 fleissigen Goldelfen, die im Hintergrund immer für das Wohl unserer Gäste sorgten, bedankt sich nochmal herzlich für die klasse Zeit im Skogshotell in schwedisch Lappland.
Bis zum nächsten Jahr &
Hej då
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